Seit über zwei Jahren begleitet die KB die Betoninstandsetzung des Deutschen Museums München, eines der weltweit größten und bedeutendsten Museen für Naturwissenschaft und Technik.
26.11.25
Beim Gang durch die imposanten Hallen des Deutschen Museums in München spürt man den Geist vergangener Zeiten. Doch was die Besucherinnen und Besucher nicht sehen: Hinter den Kulissen wird seit Jahren mit Hochdruck daran gearbeitet, das Gebäude für kommende Generationen zu erhalten. So ist seit Juli 2022 die zweite Hälfte des Museums für den Umbau geschlossen, während der erste Teil mit neuen Ausstellungen bereits wieder geöffnet hat.
Der Sammlungsbau des Deutschen Museums wird im Zuge der umfassenden Sanierung brandschutztechnisch ertüchtigt, die Infrastruktur sowie die technische Gebäudeausrüstung werden modernisiert oder vollständig erneuert. Auch die Ausstellungen erhalten ein inhaltliches, gestalterisches und mediales Update – mit dem Ziel, die internationale Spitzenstellung des Deutschen Museums als eines der größten und bedeutendsten Museen für Naturwissenschaft und Technik zu sichern. Und mittendrin: die KB. Seit über zwei Jahren begleiten wir die Modernisierung dieses beeindruckenden Gebäudes – unter anderem mit unserer Expertise in der Betoninstandsetzung.
Ein Rückblick
Mit der Gründung des Deutschen Museums im Jahr 1903 begannen Planung und erste Bauarbeiten für das visionäre Gebäude, doch erst ab 1920/21 wurde der Ausbau fortgesetzt. Der Ingenieur Oskar von Miller setzte dabei auf das damals modernste Baumaterial: Eisenbeton. Die gesamte Konstruktion wurde als sichtbares Eisenbetongerippe ausgeführt. Nur einzelne Fassadenteile erhielten eine Natursteinverkleidung. Diese Bauweise war nicht nur innovativ, sondern auch Ausdruck eines neuen technischen Selbstbewusstseins.
Doch im Laufe der Jahrzehnte haben sich Bauweisen und technische Standards weiterentwickelt – und damit auch die Anforderungen an die Betondeckung. Die schützende Betonschicht über dem Stahl entsprach zur Bauzeit dem damaligen Stand der Technik, genügt jedoch heutigen Anforderungen nicht mehr. Viele der heute vorhandenen Schäden sind vor allem durch die nachträglich eingebauten abgehängten Decken entstanden: Damals wurden die Abhänger direkt in die Bewehrung der Stahlbetondecke eingehängt – eine Vorgehensweise, die aus heutiger Sicht als kritisch einzustufen ist.
Eine der vielfältigen Aufgaben der KB im Rahmen der Modernisierung ist die Planung einer fachgerechten Instandsetzung schadhafter Stellen im über 100 Jahre alten Beton. Grundlage dafür waren Bestandsuntersuchungen, innerhalb welcher der Zustand des Betons analysiert, das Schadensbild erfasst und der erforderliche Instandsetzungsumfang festgelegt wurde. Dort, wo Bewehrungseisen freilag, wurde dieses blank gestrahlt, also von Rost und Schmutz befreit. Anschließend wurde eine Haftbrücke aufgetragen, gefolgt von einem Mörtel, der die schadhaften Stellen verschließt. Die Instandsetzung erfolgt gezielt und punktuell, um die historische Substanz zu bewahren und gleichzeitig die Tragfähigkeit dauerhaft zu sichern.
Ausblick
Nach Abschluss der Betoninstandsetzung beginnt der Innenausbau. Im Zuge dessen werden neue, modernisierte Ausstellungen zu Themen wie Kraftmaschinen, Physik und Starkstrom einziehen, zusätzlich zu den bereits eröffneten Bereichen der Luftfahrt und Robotik. Pünktlich zum 125-jährigen Gründungsjubiläum des Deutschen Museums im Mai 2028 sollen die Bauarbeiten rundum abgeschlossen sein.